Schnellerer Datenfunk mit RAPID

Optoelektroniker koordinieren Forschungsverbund

Zu Beginn des Jahres hatte die Europäische Union gemeinsam mit Japan einen Aufruf zur Einreichung von Verbundforschungsvorhaben in vier speziell ausgewählten Technologiebereichen veröffentlicht. Innerhalb der vier Schwerpunkte sollte jeweils nur ein Projekt gefördert werden. Im Bereich „Access Networks for Densely Located User Areas“ konnte sich die Duisburger Uni mit ihren internationalen Partnern gegenüber vielen anderen Konsortien durchsetzen.

Das geplante Projekt heißt „RAPID“ und steht für „Radio technologies for 5G using Advanced Photonic Infrastructure for Dense user environments“ Dies bedeutet, dass hier Funktechnologien der nächsten Generation für Umgebungen mit hoher Benutzerdichte entwickelt werden. Bei Frequenzen um 60 GHz wäre das also 5G, denn LTE ist als 4G ja bereits in Betrieb. Diese zukünftigen 5G-Funkzellen sollen über bereits existierende Glasfasernetze angebunden werden.

In RAPID soll eine zentralisierte Funk-Zugangsnetz-Architektur Verwendung finden (C-RAN, Centralized Radio Access Network). Sie ist in der Lage, heterogene Funksignale (3G, 4G, 60 GHz) mit hoher Übertragungskanalkapazität kostengünstig über das faseroptische Netz zu verteilen. Um die Funksignale von der Basisstation belastungsarm und energiesparend an die entsprechenden Empfänger wie Notebooks oder Smartphones zu richten, sollen Antennen mit dynamisch anpassbarer Sendecharakteristik eingesetzt werden. Selbiges gilt auch für den Rückkanal. Dazu werden unter anderem für den mobilen Empfänger extrem kostengünstige, maximal 10 Euro teure integrierte Sender- und Empfängerbausteine auf Silizium-Germanium-Basis entwickelt.

Andreas Stöhr, Leiter des Lehrstuhls für Optoelektronik, koordiniert das Verbundprojekt auf europäischer Seite: „In der Endphase von RAPID wollen wir so weit sein, dass beispielsweise in einem japanischen Hochgeschwindigkeitszug diese Funktechnik erfolgreich demonstriert werden kann. Dazu haben wir bereits jetzt Japanese Railways als assoziierten Partner mit an Bord. “
Neben der Universität Duisburg-Essen sind weitere internationale Partner in dem Projekt vertreten:

Rolle des Partners Name der Organisation Land
EU-Koordinator Universität Duisburg-Essen Deutschland
  University of Kent Großbrittanien
  Corning Corporation Deutschland
  Siklu Inc. Israel
  Exatel Polen
JP-Koordinator Osaka University Japan
  Doshisha University Japan
  Electronic Navigation Research Institute Japan
  Hitachi Ltd. Japan
  Central Research Institute of Electric Power Industry Japan
  Koden Techno Info Japan

Weitere Informationen und Kontakt: Andreas Stöhr